Die Ahnenforschung
| Meine Vorfahren - väterlicherseits |
Meine Vorfahren - väterlicherseits - werden im Westmünsterland, speziell in Heiden und Umgebung gelebt haben. Im Gebiet des heutigen Münsterlands gibt es Spuren von herum streifenden Jägern aus der Zeit um 8000 v. Chr. Ab 2000 v. Chr., das beweisen archäologische Funde. Das Münsterland war regelmäßig besiedelt, erkennbar u.a. an den Steinkistengräbern in Beckum. Im Wesentlichen waren es die germanischen Stämme der Brukterer, Chamaven und Cherusker, welche die Region zur Zeitenwende bewohnten. In dieser Zeit hatten auch die Römer an der Lippe, die im Süden des Münsterlands fließt, feste Lager.
Das Münsterland wurde seit etwa 500 n. Chr. vom Stamm der Sachsen, die von Nordosten aus eingewandert waren, besiedelt. Im Zuge der Sachsenkriege Karls des Großen kam der Missionar Liudger 793, verstorben 809 in Billerbeck, ins Münsterland und gründete in dem Dorf Mimigerneford ein Kloster (lateinisch: Monasterium); aus der lateinischen Bezeichnung leitet sich der heutige Stadtname Münster ab. Bereits 805 wurde Münster Bistum, 1170 bekam die Stadt Münster Stadtrechte. Münster gehörte wie andere Städte des Münsterlands zur Hanse. Größere Bedeutung hatte zu dieser Zeit auch das im äußersten Westen des Münsterlands gelegene Vreden, das im Jahr 839 erstmals urkundlich erwähnt wurde und 1252 die Stadtrechte erhielt.
Nach dem Sturz des Sachsenherzogs Heinrich und der
Zerschlagung des Herzogtums Sachsens wurde das Münsterland zu einem
eigenen Territorium, dem Fürstbistum
Münster (Hochstift Münster). Der Adel spielte
eine große Rolle, noch heute zeugen zahlreiche Wasserburgen im Münsterland von dessen einstiger
Bedeutung.
Heiden ist heute eine kleine
Gemeinde des Kreises Borken im westlichen Münsterland und zählt ca.
8.500 Einwohner.
Sie liegt südlich der Berge im Naturpark Hohe Mark.
Die Gemeinde besteht aus einem Dorfkern und ehemals 3 Bauernschaften (Dorfbauernschaft, Leblich, Nordick), welche mittlerweile zu 2 Bauernschaften (Leblich und Nordick) zusammengefasst wurden. Die alte „Dorfbauernschaft“ ist gebietsmäßig zum größten Teil zu Nordick zu zählen.
Die Bauernschaft Nordick grenzt im Norden an Velen, Reken, Ramsdorf und Gemen. Auf der Grenze zwischen Nordick und Velen befindet sich ein artesischer Brunnen mit einem Wassertretbecken. Auf der Grenze zu Ramsdorf überquert man den Lünsberg, welcher einem eine Aussicht über die Wälder der Gegend bietet. Darüber hinaus ist Nordick bekannt durch den Reitsport, da sich eine Reitanlage inkl. Reithalle dort befindet, welche regelmäßig für Turniere genutzt wird. Nordick ist flächen- und einwohnermäßig kleiner als Leblich.
In Leblich befindet sich auch das Naturdenkmal „Teufelsteine“. Ansonsten sind weithin sichtbar einige Windräder zu erkennen. In Mitten Leblichs liegt die Vogelstange der vor über 350 Jahren gegründeten Schützenbruderschaft. Südlich grenzt Leblich an Marbeck, Rhade und Lembeck sowie im Westen an die Kreisstadt Borken.
Durch die direkte Lage an der Bundesautobahn 31 (Anschlussstelle Reken/Heiden),
bietet Heiden eine Sehr gute Infrastruktur. Dies wissen sowohl Pendler zum
Ruhrgebiet als auch die Industrie zu schätzen.
Wohl in keinem Orte im Münsterland sind so viele Sagen erhalten als in Heiden. Ein Beispiel:
In keinem Orte des Münsterlandes wurde der Annahme des Christentums größerer Widerstand entgegengesetzt als in Heiden. Alle Bekehrungsversuche des hl. Ludgerus waren vergebens, er erntete mehr Spott und Hohn. Schließlich gab er seine fruchtlose Arbeit auf und entfernte sich in der Richtung nach Marbeck. Als er an den Ort kam, wo heute das Haus Engelrading steht, sah er plötzlich vom Himmel einen Engel auf sich zufliegen. Dieser gab ihm den Rat, noch einmal einen Versuch mit der Bekehrung der Bewohner von Heiden zu machen. Ludgerus folgte dem Geheiß des Engels und siehe da, das Volk glaubte den Worten des Heiligen und ließ sich taufen. Ludgerus aber, erbost über die lange Hartnäckigkeit der Leute rief ihnen zu: ,, Weil ihr so lange am Heidenglauben festgehalten habt, so soll eure Ortschaft für Ewige Zeiten den Namen “Heiden” führen” . Die Stelle wo der Engel ihm den guten Rat gegeben hatte, nannte Ludgerus Engelrading. und dieser Name ist übergegangen auf die Burg, die später dort erbaut wurde.
Der Ortsname Heiden gehört zu den relativ früh überlieferten des
Borkener Landes, allein bereitet die genaue Datierung des Erstbeleges
Schwierigkeiten. Während die Namen der Nachbarorte Reken in einer Originalurkunde aus dem
Jahre 889 bzw. Raesfeld, Velen,
Weseke, Borken
und Marbeck in auf die Zeit um 900 datierbaren Quellen genannt werden, ist der
Ortsname Heiden nur in einer Abschrift überliefert, die um das Jahr 1150
angefertigt wurde.
Es handelt sich bei diesen frühen Nennungen – mit Ausnahme von Reken,
das in einer Urkunde des münsterschen Bischofs
Wolfhelm bezeugt ist, um Aufzeichnungen in den Traditionsbüchern
und Urbaren der Abtei Werden an der Ruhr. Das Kloster Werden
war ein Benediktinerkloster in Werden an
der Ruhr, heute
Essen-Werden. Werden war seit
etwa 800 ein reichsunmittelbares Fürstentum (daher Reichsabtei oder
Reichsstift Werden). Es gehörte zum Niederrheinisch-Westfälischen
Reichskreis. 1803 wurde das Kloster aufgehoben, die Stadt fiel an Preußen. Ein Urbar oder
Heberegister ist ein Verzeichnis der Einkünfte, die dem Kloster aus weit
verstreutem Landbesitz zustanden. In karolingischer Zeit, d.h. im 9. und 10.
Jahrhundert befanden sich im Siedlungsraum Heiden in lockerer Verteilung einige
Einödhöfe, deren Namengrundwort auf wik lautete. Einige von
ihnen wurden später aufgeteilt, ihr Name wurde dann zum Bauerschaftsnamen.
Es handelt sich um die Höfe „Nordwik (1498 Nordijck,
heute Bauerschaft Nordick), Osterwik (1623 Osterwic, heute
Nachbarschaft Ostricker Berg), Suderwik (ca. 1350 Suterwic,
heute Nachbarschaft Surc) und Leopoldswik (1336 Libellich, 1656
Leppeler baurschafft, heute Bauerschaft Leblich).
Heiden gehörte ursprünglich um Kirchspiel Borken. In welchem Jahr die
Pfarrei gegründet wurde, steht nicht genau fest. Die erste zuverlässige
Nachricht stammt aus einer Urkunde des Jahres 1209. Hier wird zum ersten Mal die
„parrochia Heithen“ genannt. In ihr schenkt Bischof Otto
I. von Münster den zehnten Teil der Einkünfte der Pfarrei dem
Ägidii-Kloster in Münster. Das St. Ägidii-Kloster
(1184 – 1533) war die erste weibliche Niederlassung des Zisterzienserordens
in Westfalen, wurde aber um 1468 der Bursfelder
Benediktinerkongregation angeschlossen. Mit dem von Nonnen adliger Abstammung
war die städtische Ägidii-Pfarre verbunden. Etwa um 1260 gehörte
Heiden zur Hansegrafschaft Borken.
Die Namen „Albers“, „Tenforde“ ,
„Schmelting“ und die Ahnenreihe
Albersmann < Adalbert, Albert < im Jahre 1498
taucht der Name Albers erstmals in Heiden auf. Im Lagerbuch (Lager- oder
Rechenbücher waren bis in das auslaufende Spätmittelalter
zurückreichende Heberegister über den Besitz von Immobilien, mit den
davon zu erwartenden Einnahmen und den darauf liegenden Belastungen. Sie wurden
geführt von Grundherren, gleichgültig ob es sich dabei um deren
Lehnbesitz oder Allodialbesitz handelte. Angeführt wurde in den Registern
die Bezeichnung des Besitzes und dessen Lage, in manchen Fällen auch die zu
der Immobilie als Erbgut gehörenden Pertinenzien. Eher selten vorkommende
Änderungen der Konditionen wurden fortgeschrieben. Bei in Erbpacht
vergebenen Immobilien wurde der Name der Erbpachtfamilie aufgeführt.
Zumindest in Westfalen und der Eifel wurde die Bezeichnung der
Großimmobilie aus dem Lagerbuch als Hofesname dem Erbaufsitzer des Erbes
angeklebt. Bei Erbteilungen erhielten die Namen der Immobilien und Hofesaufsitzer
Ergänzungen zur Altbezeichnung, so z. B. "Alt" und "Neu" oder "Groß"
und "Klein". Bei den Inhabern des Namenszusatzes "Alt" und "Groß" verblieb
die alte Sohlstätte des Hofes, der Zusatz hatte nichts mit der
Größe oder Wirtschaftskraft eines Erbgutes zu tun. Bei so in Erbpacht
vergebenen Immobilien wurden die Lagerbücher ergänzt durch
Gewinnbücher, Versterbbücher, Freibriefregister, Wechselbriefregister,
welche laufend fortgeschrieben wurden. Bei den in Zeitpacht vergebenen Immobilien
wurden die zeitlichen Pächter meist für den von Martini bis Martino
laufenden Pachtzeitraum bei Kurzzeitpachten in nach den Immobilien geordneten
Listen jährlich erfasst. Waren die Pachtzeiten über 4 oder 12 Jahre,
oder in eher seltener vorkommenden Zeiträumen angelegt, gab es Register
über die beurkundeten Pachtverträge.) der Freigrafschaft
Heiden wird ein Albers-Hof erwähnt. Es war ein dem Kloster Vreden
gehörender Hof, welcher unter der Vogtei der Edelherren von Gemen stand. Ob
ggfs. hier der „mütterliche Urstamm“
der Albersmänner zu suchen ist, wäre möglich, ist
aber derzeit nicht belegbar.
Schmelting (Schmeltinck, Smidilo, Smido) Neben
Kaufmann ist wohl Schmied ein vom Gewerbe her entlehnter Personenname.
Varianten mit diesen
Wortstämmen (entnommen der Willkommschatzung von 1498 und 1499 im
Fürstbistum Münster)
Namensstamm: Albersmann
Alberdinck (Billerbeck: Evert, Haddorf: Johan, Ohne: Johan,
Steinfeld: Willeke)
Albers
(Vreden: Cort Albers)
Albershues (Borghorst: Johan
to)
Alberthues (Borghorst: Johan to)
Alberti (Hoxfeld: Drude)
Albertinsche (Coesfeld: sen.)
Albertinck (Lasbeck: Albert, Havixbeck: Albert, Gimbte:
Alke, Billerbeck: Bernt, Reken: Elseke, Bernt, Noele, Coesfeld: Gert, Horstmar:
Hinrick, Johan, Nienberge: Johan, Ostbevern: Johan)
Albertz (Albers) (Vreden: Hinrick, Warendorf:
Johan)
Alberdinck (Billerbeck: Evert, Haddorf: Johan, Ohne: Johan, Steinfeld:
Willeke)
Namensstamm: Tenforde
then Vorde (in Reken: Gert then Vorde, Gese then Vordein
Ostbevern: Johan then Vorde, in Coesfeld: Hinrik then Vorde)
thon Vorde (in Telgte: Merten thon Vorde)
ten Vorde (in Reken: Gert ten Vorde, in Telgte: Alke ten Vorde,
Albert ten Vorde, Herman ten Vorde, in Westbevern: Drude ten Vorde, Egbert ten
Vorde, in Velen: Wilhelm ten Vorde, in Velen: Stine ten Vorde)
tor Vorden (in Drensteinfurt: Alke tor Vorden)
ter Vorde (in Drensteinfurt: Alke ter Vorde)
ten Voerde (in Telgte: Marten ten Voerde, Herman ten
Voerde)
ten Forde (in Coesfeld: Hinrik ten Forde)
Namensstamm: Schmelting
Smeltinck (in Heiden: Kerstien Smeltinck, Johan Smeltinck)
Smedinck (in Heiden: Bernt Smedinck, in Reken: Hinrick Smedinck,
in Albersloh: Johan Smedinck, in Nordwalde: Herman Smedinck, in Dülmen:
Herman Smedinck, Johan Smedinck, in Coesfeld: Johan Smedinck, in Alstätte:
Gert Smedinck, in Vreden: Johan Smedinck, Hinrik Smedinck, in Velen: Hermen
Smedinck, Johan Smedinck, in Südlohn Bernt Smedinck, Johan Smedinck, Wyneke
Smedinck, Arnt Smedinck, Gert Smedinck, in Borken: Lambert Smedinck, in Weseke:
Margaretha Schmelinck, in Raesfeld: Drude Smedinck, Johan Smedinck, Berte
Smedinck, Gert Smedinck, Ludike Smedinck, in Lembeck: Gert Smedinck)
Smeddinck (in Reken: Gert Smeddingck)
Erläuterung des Wortes:
„Willkommschatzung“
Im späten Mittelalter entstand die „Gewohnheit“, dass
die Landstände (Domkapitel, Ritterschaft und Städte) einem
neugewählten Bischof eine außerordentliche Steuer, die
Willkommschatzung, bewilligten, um ihm die Möglichkeit zu geben, die mit dem
Regierungswechsel verbundenen Unkosten abzutragen, so z. B. Schulden des
Vorgängers, Kosten für die Bestätigung durch den Papst und Kaiser.
Der Beschluss des Landtages verpflichtete alle Einwohner im Hochstift, soweit sie
zur Kommunion zugelassen waren, also vom 12. Lebensjahr an, zur Zahlung der
festgesetzten Kopfquote. Die Mitglieder des Adels und der Geistlichkeit waren
jedoch generell von der Schatzung befreit. In den Städten brauchten die
Bürgermeister und Schöffen, der Stadtschreiber, alle im Dienste der
betreffenden Stadt stehenden Knechte, Pförtner sowie die Insassen der
Hospitäler die Steuer nicht aufzubringen, desgleichen nicht die Küster
an den Kirchen, Richter und sonstigen öffentlich Bediensteten. Mittellosen
Personen wurde die Steuer erlassen. Verantwortlich für die Zahlung war in
der Regel der Haushalts-vorstand. Am Heiligen Abend 1496 starb nach
30jähriger Regierungszeit Bischof Heinrich III., Heinrich XXVII von Schwarzburg. Zu
seinem Nachfolger postulierte das Domkapitel am 9.1.1497 den Bischof von
Osnabrück, Konrad VI. Graf von Rietberg. Der Münstersche Landtag
bewilligte 1498 dem neugewählten Bischof zum Willkommen eine Kopfsteuer in
Höhe von 2 Schilling 6 Pfennigen, die in zwei Raten zu erheben war. Die
erste von 18 Pfennigen musste 1498, die zweite von 12 Pfennigen im
darauffolgenden Jahr gezahlt werden. Die Pfarrer wurden vom Bischof angewiesen,
Listen in doppelter Ausfertigung mit den Namen ihrer zur Kommunion zugelassenen
Gemeindemit-gliedern aufzustellen und eine davon dem Domsiegler, die andere dem
zuständigen Amtmann zuzuleiten. Dieser sorgte dann durch seinen Rentmeister
und dessen Gehilfen für die Erhebung der Beträge. Insgesamt wurden bei
dieser Schatzung 11.050 Mark aufgebracht. In jedem Kirchspiel wurde also unter
Aufsicht des Pfarrers ein Verzeichnis der Kopfsteuerpflichtigen aufgestellt.
Vermutlich musste es der Küster schreiben.
In der Willkommschatzung für das Amt Auf dem Braem tauchen in Reken, einem
Nachbarort von Heiden erstmals die Namen "then Vorde"
(Gert the Vorde), "Smedinck" (Gert Smedinck)
und "Albertinck" (Johan Albertinck, Noele, Bernt,
Elseke) auf. In Heiden selbst taucht der Name
„Albers“ oder eine seiner Namensvarianten
nicht auf, lediglich der Name Smeltinck (Kerstien Smeltinck,
Bernt Smeltinck und Johan Smeltinck) ist hier erwähnt.
Die Personenschatzungen aus den Jahren 1660 – 1672 zeigen eine allmählich verarmende Bevölkerung, am einfachsten festzumachen an dem sinkenden Anteil der Hauswesen mit schatzbaren Personen. Die Zahlen der Hausstättenschatzungen allein lassen vielleicht die Deutung zu, die im Durchschnitt etwas größeren Heidener Höfe hätten sich nach dem Dreißigjährigen Krieg kurzzeitig etwas besser erholen können als die Rekener. Nimmt man die Schatzungslisten von 1669 bis 1672 zusammen, hatte Heiden zehn Tagelöhner, drei Brauer, drei Weber und einen Handwerker.
Die fallweise Befreiung eines Hofes von der Schatzung wegen
schlechter Ernten, wegen des Militärdienstes oder wegen besonderer
Umstände braucht nicht unbedingt eine Minderung der tatsächlichen
Ertrags- oder Steuerkraft zu bedeuten.
In der Kirchspiel-Schatzung von 1656 ist der Name
Albers in Nordick (S. 17) als halb Erbe / vehrender
Kotten mit einer Steuer von 0=24=0 aufgeführt. Ein Kotten ist ein
einfaches Haus, das von einem Kötter bewohnt wird; die Höfe der
Kötter waren meist am Ortsrand angesiedelt oder von alten Höfen
abgeteilt. Da der Ertrag meist nicht für den Lebensunterhalt ausreichte,
verrichteten sie meist zusätzliche handwerkliche Arbeiten oder arbeiteten im
Tagesdienst auf Bauern- oder Herrenhöfen. In der sozialen Hierarchie standen
sie unterhalb der Vollbauern aber über den Brinksitzern, die lediglich eine
Bude oder Land besaßen und als Handwerker arbeiteten. In der gleichen
Quelle ist der Name Tenforde (in der
Dorfbauerschaft mit „Joest Tenforde“ (Seite 16) als Brinksitzer /
Dörfler mit einer Steuer von 0=4=0 aufgeführt. Der Name Tenforde kommt
heute in Deutschland nur im Kreis Coesfeld vor. Tenforde in allen Schreibweisen
(ten Voorde, ten Vorde, Tenvorde, ten Forde, ten Foorde,) ist ab 1639 im
westlichen Münsterland nachgewiesen (Südlohn, Borken, Billerbeck,
Telgte, Heiden). Auch der Name J. Schmeltinck, pauper
(= arm, steuerbefreit) taucht in der Kirchspielschatzung von 1656 als
halb Ebe / vehrender Kotten auf.
In der Personenschatzung (PS) von 1660 ist ein B. Albers
genannt (voll Erbe / halb Erbe, der für seine Frau zahlt 0=23=0).
In der Hausschatzung des gleichen Jahres ist ein Bernt Albers genannt
(halb Erbe / Pferdekotten) Ein Pferdekötter war seinerzeit ein
kleiner Vollerwerbs-Siedler, der mit Pferden arbeitet. 1660 müsste Engel
Albers geboren sein, die am 28.11.1682 Johann Kleuermanß
(Claverman) heiratet. Ob dies die Mutter von Engell Albers ist oder
Engell Albers selbst, die am 01.12.1691 Hermann Tenforde
heiratet, ist unklar.
In der Personenschatzung (PS) von 1664 ist ebenfalls der Name Alberts erwähnt (halb Erbe / Pferdekotten), zahlt für seine Frau und für Enneken (unter 12 Jahre) und Engell (unter 12 Jahre) – sowie für eine Magd.
In der PS von 1665 ist der „Mann thodt“ und seine Witwe zahlt (halbes Erbe) und hat zwei Kinder unter 12 Jahren – vermutlich Enneken und Engell.
Am 20.0.1665 zählt der Albershof zu den Pferdeköttern war
½ Erbe (bei der Teilung des Hofes war dann wohl der Vorname des einen
Sohnes zum Hausnamen geworden). Das Erbe der Albersfamilie liegt in
der Bauerschaft Nordick des Kirchspiels Heiden zwischen den Höfen
Pels und Nordick.
Im Häuseregister von 1679 bewirtschaftet ein Gerdt Albers eine
bewohnte Feuerstätte, halb Erbe und zahlt eine Steuer von 0=11=0 an den
Grundherren: Capitulo vredensi (Kapitel Vreden).
Im gleichen Jahr hat lt. Häuseregister ein Jost ten Voerde ein
bewohntes halb Haus mit Feuerstätte wobei der Grundherr nicht erwähnt
ist; vermutlich jedoch ebenfalls die Abtei Werden an der
Ruhr.
Am 01.12.1691 heiratet Herman ten Vorde (später
„Tenforde“ gnt. Albers) Engell Albers.
Trauzeugen sind der Küster (custos) Hermann Bierbaum und
Henrich Termöllen. Pfarrer ist Joan Spangenmacher. Die
beiden hatten 2 Kinder: Anna Albers (*08.03.1695 und Joes Wilhelmus
Albers (*10.05.1699). Nach dem Tod von Engell Albers heiratet
Hermann Tenforde (Wwr. Ahlberß) am
07.11.1702 Engel Bollengraven (* am 22.5.1678 in Reken).
Die beiden hatten die nachfolgend aufgeführten 7 Kinder:
Gesken (Gesina, Maria) Ahlberß (*12.04.1704 in
Heiden) und Gretken (Margaretha) Ahlberß
(*26.07.1705 in Heiden), Joan Hermann Alberß (19.01.1708 in
Heiden), Joan Gerdt Alberß (25.07.1710 in Heiden), Elisabeth
Albers (*06.07.1713) Joanna Alberß (06.06.1714 in Heiden) und Anna
Gertrud Albers (01.07.1717 in Heiden).
Im Jahre 1708 besteht das Kirchspiel Heiden aus dem „Dorppf
Heyden“ und sechs Bauerschaften „Dorpffbaurschaft, Nordiker
Baurschaft, Drügenbuchholter Baurschaft Leplicher Baurschafft, Busheuser
Baurschafft, Surick“. 10 Jahre später, im Jahre 1718 zeigt das
„Register Kirspels und Dorpff Heiden allwo Rauch gehet“ nur
noch eine vierfache Aufgliederung des Umlandes: „Dorffbauwerschaft,
Nordicher bauwer, Drügenbochölter bauwrschaft, Leplicher
baurschaft“. Im Jahre 1708 lebten in der Dorfbauerschaft 27, in
Nordick 38, Leblich 76 und im Dorf selbst 71 Familien.
Der Anteil an Tagelöhnern, also landwirtschaftlichen und gewerblichen
Lohnarbeitern war in Heiden auffallend hoch. Die Dienstboten, die keiner
bestimmten Schicht zugeordnet werden können, waren anfangs unfrei. Erst seit
dem ausgehenden Mittelalter hört man von Gesinde, das persönlich frei
war und sich zunächst gegen Kost und Kleidung, später auch gegen einen
Jahreslohn verdiente. Knechte und Mägde waren vielfach nicht
steuerpflichtig, hatten keinen eigenen Haushalt und besaßen keinerlei
Berechtigungen innerhalb der Gemeinde. Deshalb tauchen sie nur selten in
Steuerlisten auf, so dass kaum zahlenmäßige Unterlagen
vorliegen.
Das religiöse Leben, das zunächst von den Wirren der Religionskriege verschont geblieben war, geht deutlich zurück.
Das zeigt ein Bericht des Pfarrers Kintrup aus dem Jahre 1728: "Der
Sonntag wird durch Trinkgelage entehr, so dass die Feste Gottes wahrhaft die Fest
des Teufels werden und das Christentum gleichsam Heidentum wird. Die Bauern legen
auch sonntags ihre Leinen auf die Bleiche, ihre Töchter müssen
während der Messe die Kühe austreiben. Nach Beerdigungen kommen die
Leute in den Gasthäusern zusammen und betrinken sich. Missbräuche sind
besonders in den Tagen von Aschermittwoch bei den Jugendlichen
verbreitet."
Gesina (Maria) Albers heiratet am 11.02.1727
Joan Henrich Schmeltinck. Joan Schmelting
gent. Albers (* ca. 1691) ist eins von sieben Kindern der Eheleute
Joan Schmeltinck (*ca. 1656 in Heiden) und Stine
Boes (* ca. 1665 in Heiden), die am 06.02.1679 in Heiden geheiratet haben,
aus Nordick, Brinksitzer, später Pferdekötter mit den Nachbarn
Steggemann und Nordick. Es ist zu vermuten, dass hier der
väterliche Stamm unserer heutigen Albersmänner zu suchen
ist. Aus dieser Ehe stammen die Kinder: Joan Henrich
Albers * 15.11.1729 in Heiden + 03.11.1800 in Heiden und Joan
Hermann Albers * 24.07.1733 Heiden.
Im Jahr 1731 hatten die Albersmänner zwei Tage im Jahr Dienstleistungen auf dem Hause Ostendorf in Lippramsdorf zu verbringen – so auch am 20. Und 21.8.1731.
Im Jahre 1728 wird ein Armenhaus in Heiden errichtet. Durch das münstersche Domkapitel, beziehungsweise durch die Herbstsynode von 1749 wurde der gesamte Pfarrklerus im Fürstbistum Münster verpflichtet, innerhalb von sechs Wochen ihre Kirchenmitglieder aufzulisten. Es sollte nach Stand, Beruf und Alter sortiert aufgeschrieben werden. Die Verordnung bestand aus der Anordnung der Zählung vom 6.11.1749 und einer Erinnerung für die Anordnung und Ermahnung säumiger Pastoren vom 3.1.1750. Durch den Domdechanten und Generalvikar Frantz Egon von Fürstenberg wurden die Pfarrer angewiesen und belehrt, wie sie der Verordnung zu folgen hatten. Es wurde ihnen unter anderem befohlen, dass an Sonn- und Feiertagen dieses von der Kanzel bekannt zu machen sei. Es sollte für ihren Herrn Bischof und „Kurfürstlichen Durchlaucht zu Cölln“ sein. Damit dieser über den Zustand die ihm von Gott anvertrauten Seelen, jährlich unterrichtet sei, so dass er sich um deren Heil und ihren Vorteil kümmern könne. Bis zum Jahresende 1749 sollte dies alles erstellt sein. Für unpünktliche Pastoren wurde am 3.1.1750 die vorgenannte Erinnerungsverordnung erlassen.
Im Jahre 1770 ist die Kirche sehr verwahrlost. Die Fenster im Chor sind
durchlöchert, so dass es hineinregnet, auch das Kirchendach muss dringend
repariert werden. Von den Messgewändern ist ein großer Teil
verschwunden und die vorhandenen sind zerschlissen. Einige Zeit später
berichtet Pfarrer Lameyer von der Beseitigung der Mängel und einem
neuen Aufschwung des religiösen Lebens.
Joan Henrich Albers heiratet am 22.11.1748 also Anna Maria Wehling (*05.03.1727 in Heiden, + 27.02.1781 Heiden) Tochter von Joan Dirck Hermannus Wehling und Elisabeth Ewering. Trauzeugen sind die beiden Väter Joan Henrich Albers und Joan Dirck Wehling. Die beiden haben insgesamt 8 Kinder (Johann Hinrich Albers *01.01.1750, Bernd Henrich Albers*28.05.1752, Anna Maria Adelheid Albers * 02.01.1755, Joanna Maria Aleid Albersman*11.08.1757 Ab diesem Datum wird der Name „Albersman“ in den Kirchenbüchern erwähnt, Joanna Gesina Albersman*13.03.1760, Joannes Gerard Albersman *01.08.1763, Joan Henrich Albersman *26.01.1766 und Joannes Wilhelmus Albersman * 26.06.1769).
Bernd Henrich Albersman, heiratet am 08.10.1776 in Heiden Catharina Tenkamp, Tochter von Gerd Tenkamp und Alcken Schreve. Aus dieser Ehe ging insgesamt 5 Kinder hervor: Johann Henrich Albersmann * 15.07.1777, Joannes Gerardus Albersmann *07.03.1779, Gerardus Hermannus Albersmann *05.06.1780, Joes Gerardus Albersmann *05.09.1782 und Joanna Gesina Albersman *19.06.1789.
Am 17.11.1801 heiratet Joan Henrich Albersmann Maria Catharina Jütten, Tochter von Gerd Bernd Jutten und Anna Margaretha Bücking. Trauzeugen sind Joan Wilhelm Kortbusch und Joan Bernd Nordick. Das Paar hatte insgesamt 8 Kinder: Joes Henricus Bernardus *13.09.1802, Catrina Margareta *20.09.1803, Anna Maria Catarina *09.12.1805, Herman Antonius *14.02.1807, Gerhard Bernard *05.11.1808, Joanna Maria *07.03.1810, Johann Gerhard *05.04.1812, Catarina Elisabeth * 19.09.1814 und Maria Catharina Margaretha *18.04.1817.
Zur Sicherung der Kontinentalsperre gegen England ließ Napoleon durch Senatsbeschluss vom 13. 12.1810 Nordwestdeutschland bis Lübeck – und damit auch das Fürstentum Salm – zum französischen Staatsgebiet erklären. Die Übergabe des Fürstentums fand am 28.02.1811 statt: Die Fürsten entbanden die Bewohner und Beamten des Landes von ihren Eiden und Untertanenplichten, und die Bewohner dieser Gebiete wurden zu französischen Staatsbürgern.
Nun bekam auch die Heidener Gegend eine neue Verwaltung nach französischem Muster. Die drei Ebenen der Verwaltungsbezirke waren das Departement, an dessen Spitze ein von Napoleon ernannter Präfekt stand, das Aronsdissement und Mairie. Die Marie (Bürgermeisterei) als kleinste Verwaltungseinheit sollte nach Möglichkeit mindestens 1.500 Einwohner zählen. Der Marie Heiden war der Kanton Borken als Verwaltungsbezirk übergeordnet, während dieser wiederum zum Arrondissement Rees gehörte, einem Teil des Lippe-Departements, das Münster als Hauptstadt hatte.
Im August 1812 wurde eine Mairie für das Dorf und Kirchspiel Heiden eingerichtet. Erster Maire (Bürgermeister) war Ferdinand Steinmann, der sein Amt auch unter den Preußen bis 1835 verwaltete. Zum Beigeordneten ernannte man Konrad Glandorf und zu Gemeinderäten weitere sieben Bürger, die mit ihrer Ernennung nun französische Amtsträger waren. Hiermit begann die Selbstverwaltung der Gemeinde Heiden, deren Form und Aufgaben im Wesentlichen während des ganzen 19. Jahrhunderts bestanden.
Im selben Jahr noch wurde das französische Abgabensystem eingeführt, das Grund-, Personal-, Mobiliar-, Tür- und Fenstersteuern sowie Patent- und Gewerbesteuern vorsah. Unter der Bezeichnung „Droits reunis“ wurden außerdem noch inländische Produkte mit Steuern belegt, die von der Bevölkerung als außerordentlich drückend empfunden wurde.
Von 1807 bis 1813 regierte Napoleons Bruder, Jerome Bonaparte, über das Königreich Westfalen, welches das östliche Sauerland, Teile von Hannover, Ostfalen und Hessen umfasste. Das Westmünsterland war 1801 – wie beschrieben – an die Fürsten Salm-Salm und Salm-Kyrburg gefallen, aber bereits 1810 dem französischen Kaiserreich zugeschlagen worden.
Nach der Niederlage Napoleons im Jahre 1813 bei Leipzig (Völkerschlacht) löste sich der Rheinbund auf und die französische Herrschaft in Norddeutschland brach zusammen. Mit der Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress wurden die bisher von Preußen provisorisch verwalteten ehemaligen Teile des Bistums Münster durch Beschluss vom 10.07.1815 endgültig Preußen zugeteilt. Der Kreis Borken entstand, und aus der Marie Heiden, wurde jetzt die Gemeinde Heiden. Gemäß dem Aufruf des König Friedrich Wilhelm von Preußen (preußische Heeresreform) wurde auch in Heiden die Landwehr und später der Landsturm gebildet. Während in der Landwehr jeder männliche taugliche Einwohner vom 17. Bis zum 40. Lebensjahr, soweit er nicht zur regulären Truppe gehörte, zum Dienst verpflichtet war, musste im Landsturm jeder Mann vom 15. bis zum 60. Lebensjahr mitmachen (sofern er nicht Landwehrmann war). Zur Landwehr wurden im Februar 1814 46 Heidener durch Losentscheid eingezogen. Die ersten Freiwilligen, die sich aus Heiden zur Landwehr meldeten, waren Bernhard Schinkenboom, 21 Jahre alt und Joan Gerrad Albersmann (* am 5.9.1782 in Heiden), 32 Jahre alt, Sohn von Bernhard Henrich Albersmann und Catharina Tenkamp. Sie wurden auch angenommen und trugen laut Bürgermeister Steinmann mit dazu bei, dass mit Ablauf des Monats Februar 1814 „das ganze Bataillon complettiert, mondirt und equipirt mit frohem Mute, und voll Begierde, für König und Vaterland zu streiten, aus Borcken abmarschierte“.
Hermann Heinrich Büning wurde im Jahr 1835 als Nachfolger von
Bürgermeister Steinmann der zweite (hauptamtliche)
Bürgermeister für die Bürgermeistereien Heiden und Reken.
Johann Gerhard Albersmann heiratet am 09.08.1836 in
Heiden Johanna Schlatts aus Raesfeld, Tochter von Joan Schlatts
und Maria Hesling, die insgesamt 5 Kinder bekamen: Heinrich
Gerhard * 22.12.1836, Johann Bernard *29.11.1838, Gerhard
Joseph *06.07.1841, Friedrich Constantin *28.04.1844 und
Hermann Anton *28.12.1847.
Die beginnende Industrialisierung (Industrielle Revolution) in Deutschland mag der Grund
dafür gewesen sein, dass die Gerhard Joseph Albersmann nach Dorsten
zieht. Verschiedene Industriezweige halten Einzug in die Stadt Dorsten wie
Maschinenspinnereien, Maschinenwebereien und Eisengießereien. Letztlich
fand hier Joseph Albersmann eine Arbeit als Weber.
Gerhard Joseph Albersmann (bei der Heirat von Beruf Müller) heiratet am 03.10.1868 in Dorsten Maria Maas (Maes) Tochter von Joseph Maes und Catharina Hesterkamp. Wir können davon ausgehen, dass die Eheleute Albersmann bis zur Geburt des ersten Kindes (Hubert am 12.04.1869) in Dorsten gelebt haben. Da das zweite Kind Wilhelm am 12.07.1870 in Erle geboren wurde, kann davon ausgegangen werden, dass das Ehepaar nach Erle gezogen sind. Dort blieben sie, zumindest bis zur Geburt von Wilhelmine, die am 03.07.1876 wieder in Dorsten geboren wurde.
Das sechste Kind von Joseph und Maria – Franz Albersmann – wurde dann am 20.11.1877 in Wulfen geboren. Hier blieb die Familie zumindest bis zum 14.01.1883, als Josef Albersmann in Hamm geboren wird. 1886 siedelt die Familie nach Ochtrup um. Ochtrup liegt im Kreis Steinfurt im nordwestlichen Münsterland.
Hier wurde dann am 14.03.1887 Karl Albersmann – mein Großvater - geboren. Vermutlich erfolgte der Umzug wiederum aus wirtschaftlichen Gründen. Im Jahre 1854 hatten die Gebrüder Anton und Bernhard Laurenz die Handweberei „A. und B. Laurenz“ an der Bergstraße gegründet. Unter den Söhnen Hermann und Heinrich trat ein bedeutender wirtschaftlicher Aufschwung ein. Joseph Albersmann hat bei den Gebr. Laurenz als Fabrikarbeiter gearbeitet. Die Erfahrungen seines Vaters Johann, der von Beruf Weber war, konnte er sicherlich nutzen.
Karl Albersmann besuchte von Ostern 1893 bis 1901 die Volksschule in Ochtrup.
Karl Albersmann lernt dann in Ochtrup seine Frau Agnes Schlamann, Tochter der Eheleute Hermann Heinrich Schlamann und Maria Katharina Scheipers kennen, die er am 14.04.1915 in Essen-Altenessen heiratet. Altenessen war am 1.4.1915 in die Stadt Essen eingemeindet worden. Sie wohnten dort auf der Bruckmannstraße 22 (heute Stauderstraße).
Am 29.07.1916 wird Joseph Albersmann, der älteste
von insgesamt 5 Kindern in Essen geboren.
Josef Lenhsen, Gertrud Lenhsen, Josefine Lenhsen
Josef Albersmann, Else Lenhsen, Karl Albersmann,
Katharina Lenhsen geb. Wefers, Irmgard Albersmann
Käthe Albersmann, Agnes Albersmann geb. Schlamann,
Willi Lenhsen, Bruno Lenhsen, Karl-Heinz Albersmann
Von 1922 – 1930 die Volksschule in Essen. Nach der Schule machte
Joseph zunächst eine Lehre als Eisenwarenhändler und war
Handlungsgehilfe, ehe er 1937 zum Reichsarbeitsdienst vom 3.4.1937 – 23.10.1937 musste. Die Zeit
beim R.A.D. war beinahe verstrichen, als er im September 1937 am Breyeller
See beim Strandfest im Zelt seine spätere Ehefrau Josefine Lenhsen,
Tochter des bekannten Lobbericher Humoristen in den 50iger Jahren Josef
(„Jupp“) Lentzen (Lenhsen) und Katharina
Wefers.

Josef (Jupp) Lentzen

Josef und Katharina Lenhsen
Am 2.11.1937 wurde Joseph um aktiven Wehrdienst berufen. Der kämpfenden Truppe hat er nicht angehört, er war ausschließlich in der Verwaltung, als Rechnungsführer, Zahlmeister und Hauptfeldwebel eingesetzt. Durch Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde es zunächst mit der Heirat nichts. Mehrfach musste der Termin verschoben werden. Schließlich wurde während des Krieges am 22.01.1942 in Essen standesamtlich und am 24. 01.1942 in Lobberich kirchlich geheiratet.
Josef und Josefine Albersmann
Nach der Entlassung aus der Wehrmacht am 15.4.1945 fand Joseph in seinem
erlernten Beruf zunächst keine Beschäftigung und war vom 17.4. –
7.5.1945 bei der Firma Burchartz & van Braak in Düsseldorf als
kfm. Angestellter tätig. Am 8.5.1945 meldete er sich bei der
Gemeindeverwaltung in Lobberich als Wehrmacht-Heimkehrer an. Vom 5.8.1945 bis
4.9.1945 war er in Hürup (Krs. Flensburg) in der Landwirtschaft
tätig. vom 16.10.1945 bis 28.2.1946 zum Holzeinschlag bei der Gemeinde in
Lobberich dienstverpflichtet. Am 5.3.1946 fand er als Ziegeleiarbeiter bei der
Firma Gebrüder Naus in Bracht
eine Anstellung. Nach der Geburt seines Sohnes Manfred
am 04.04.1946 begann er am 15.7.1946 seine berufliche Laufbahn bei der
Gemeindeverwaltung in Lobberich. Am Tage der Währungsreform (30. Juni 1948)
wurde Ingeborg, das zweite Kind von Josef und Josefine
Albersmann, geboren. Zunächst war Joseph beim Ernährungs-
und Wirtschaftsamt, dessen Leitung er am 16.8.1949 übernehmen konnte. Am
25.10.1950 kam er zur Gemeindekasse und wurde am 25.11.1950 Kassierer und ab
11.1.1962 stellvertr. Kassenleiter. Am 10.7.1963 feierte Joseph sein
25jähriges Dienstjubiläum. Am 1.1.1970 übernahm er das Amt I/12
Statistik und Wahlen, dass er bis zu seiner Pensionierung am 31.07.1979
innehatte. Wegen der Kommunalwahlen bekam er darüber hinaus noch einen
befristeten Arbeitsvertrag für die Zeit vom 1.8. – 30.9.1979.
Vom 1.1.1957 – 31.12.1964 war er Hauptschöffe beim Landgericht
in Krefeld. Vom 19.11.1963 bis zum 8.12.1969 war er Schiedsmann für die
Gemeinde / Stadt Lobberich. Am 24. Januar 1992 feierten die Ehel. Josef und
Fine Albersmann ihre Goldene Hochzeit. Josefine Albersmann verstarb am
28.1.1997. Joseph Albersmann am 30.9.2006.

Joseph
Albersmann
Josefine Albersmann
Die Ahnenreihe mütterlicherseits:
Der Namen Leenßen taucht erstmalig in der im Jahre 1571 von dem
Pfarrverwalter Arnold von Haeff aufgezeichneten Einkünfte und Renten des
Kaldenkirchener Pastors und der St. Katharinen- und St. Kreuz-Vikarien auf.
Hierin wird eine Byyliken Leenßen genannt. In der Aufzeichnung sind alle
Häuse und Wohnstätten, die Rauchhuhn und Weißpfennig zu liefern
hatten. Diese Liste gehört zu den umfänglichsten namens- und
bevölkerungsgeschichtlichen Quellen des 16. Jahrhunderts (Quelle: Lagerbuch
der kath. Pfarre Kaldenkirchen).
Da die Liste von Arnold von Haeff durch Verlust von Blättern
unvollständig war, hat Pastor Heinßen in seinem Lagerbuch ein
Register hinzugefügt, das Pastor Tilman von der Linden im Jahre 1624
eigenhändig beschrieben hatte und von dessen Kaplan Xylander 1626
eigenhändig ausgeschrieben ist. Man darf in dieser Quelle ein weitgehend
komplettes Verzeichnis der Haushaltsvorstände Kaldenkirchens aus dem ersten
Viertel des 17. Jahrhunderts sehen. Diese Liste hat den großen Vorteil,
dass sie angibt, in welchen Ortsteilen Kaldenkirchens die Abgabepflichtigen
wohnten. Hier erscheint der Name Lenßken / Lenßen einmal als
Vorname:
im Ortsteil "Auff Heydt" Lenßken Schnyckers auff Houben, im
Ortsteil: "Het Ven" Lenßken Straucken, im Ortsteil "Broich
nahe Breyel" Henrich Lenßen.
Von 1636 bis 1638 hat auch in Kaldenkirchendie Pest gewütet. Die Sterbeverzeichnisse des Kirchenbuches zeigen wiederholt auffalende Häufungen von Todesfällen in kurzer Zeit. Allein im September/Oktober 1676 wurde 49 Todesfälle registiert, während im ganzen Jahr 1677 nur 18 Gemeindemitglieder starben. Bei den Sterbefällen handelte es sich um die "abscheuliche krnakheit der rohten ruhr" wie es aus der gleichzeitigen Brachter Überlieferung hervorgeht.
Im Dezember 1666 huldigten 217 Beerbte dem neuen Herzog von Jülich. Im
"Verzeichnis der Unterthanen Vleck und Kirßpelß
Kaldenkirchen" sind ein "Lents Haßen" und ein
"Custerß Lenß" aufgeführt.
Spitzenahne ist derzeit Tilmanus Lentzen, der am 13.09.1699 in
Kaldenkirchen am Niederrhein die Catharina Sprohnen (*29.01.1678 in Kaldenkirchen
+ 26.02.1738 in Kaldenkirchen), Tochter der Eheleute Theodoris und Adelheidis
Sprohnen, heiratete und mit ihr 10 Kinder hatte. Getraut hat sie Arnold
Hamboch, der in Orsoy geboren war und 1684 in Kaldenkirchen ordiniert und
präsentiert wurde. Wo Tilmanus geboren wurde konnte ich leider noch nicht
ermitteln. In den Kirchenbüchern von Kaldenkirchen, Leuth, Breyell und
Lobberich ist in den Jahre 1670 - 1680 keine Geburt einen Tilmanus Lentzen
verzeichnet.
Ob Tilmanus mit dem in der Schadenssliste von 1624/26 aufgeführten Heinrich Lenßen aus dem Ortsteil "Broich Nahe Breyel" verwandtschaftlicher Beziehung steht kann nur vermutet werden.
Im August 1712 firmte Bischof Liboy im Nachbarort Breyell. Prozessionsweise zogen
die Kaldenkirchener Firmlinge dorthin - Kinder und Erwachsene, ein sehr
großer Teil der Gemeinde. Man muss annehmen, dass dergleichen lange nicht
mehr stattgefunden hatte. Im Ortsteil "Alten hoff undt Broek" (heute:
Altenhof und Bruch) ist auch die vorstehenden Familie Lentzen (mit den
bis dahin geborenen Kindern) aufgeführt: Tilmanus Lentzen, Catharina
Sprohnen conjuges (Eheleute) proles: Theodorus Lentzen, Adelheidis Lentzen,
Laurentius Lentzen, Agnes Lentzen, Matthias Lentzen und Petrus Lentzen. Im
Ortsteil "Hulst" (Am Hülst) ist eine Familie Petrus Dahmen und
Catharina Lentzen conjuges mit dem Sohn Andreas Dahmen sowie ein Johannes Lentzen
und Wilhelmina auf den Steinen mit den Kindern Gertrudis Lentzen, Jacob Lentzen,
Catharina Lentzen, Wilhelmus Lentzen, Petrus Lentzen, Arnoldus Lentzen und
Henricus Lentzen aufgeführt. Aus dem Ortsteil "Vestungh" (Innenstadt) ist
ein Petrus Lentzen genannt.
Volkskundlich interessant sind die Einzelheiten, die uns aus vorfranzösischer Zeit im Zusammenhang mit Tod und Sterben überliefert sind. 1653 wurde eine "dode bahre" erwähnt. Man wurde in einer "totenkiste" beerdigt (1656). Jedenfalls geht dies aus den Armenrechnungen hervor, die auch das Totenkleid, den "totenmantel" (1710) bezeugen. Als ein Jakob Mertens 1663 beigesetzt wurde, zahlte die Armenkasse drei Gulden für "leichbier" und drei Gulden und zehn Stüber für die Totenkiste. Dass die Abhaltung einer Art Beerdigungsumtrunk die Regel war, muss man dem Umstand entnehmen, dass selbst bei der Beerdigung von Armen zu lasten der Armenkasse mehr oder weniger kräftig getrunken wurde. Für über vier Gulden wurde laut Rechnung von 1721/22 von den Nachbarn "an bier und brandewein" gegeben, als ein Mathias Schmitz begraben wurde.
Am 06.04.1714 wird Johannes Lentzen als weiteres Kind der
Eheleute Tilmann und Catharina Lentzen in Kaldenkirchen geboren und getauft. Er
heiratet am 3.1.1739 in Kaldenkirchen die Tochter von Jois und MariaZanders geb.
Bleikers. Aus dieser Ehe stammt u.. a. Johann Lentzen *
11.01.1743 in Kaldenkirchen (+ 01.04.1811 in Kaldenkirchen).
Eine epidemische Kinderkrankheit mit vielen Todesfällen schein im Frühjahr 1736 und 1741 gewütet zu haben (KB St. Clemens).
Johann Lentzen heiratete am 05.02.1775 in Kaldenkirchen Helena Alckenrath,
Tochter der Eheleute Leonhard und Gertrud Alckenrath, geb. Therstappen. Das
siebte Kind aus dieser Ehe war Johann Peter Lentzen (*03.08.1791
in Kaldenkirchen; + 20.09.1856 in Kaldenkirchen). Johannes Peter Lentzen
heiratete am 28.01.1824 in Kaldenkirchen Anna Catharina Faehsen, Tochter der
Eheleute Martin und Aldegonda Faehsen, geb. Berten.
Im Jahre 1794 grassierte die Diphterie. Auch ihr fielen viele Kinder zum Opfer.
Das erste Kind aus dieser Ehe war mein Ururgroßvater Peter Johann
Lentzen, der am 17.10.1824 in Kaldenkirchen geboren wurde. Er heiratete
am 23.05.1854 Anna Mechtildis Peeters, Tochter der Eheleute Heinrich Rudolph und
Anna Gertrud Peeters geb. Vogelsang. Der Erstgeborene aus dieser Ehe war
mein Urgroßvater Johann Martin Lentzen, der am 24.01.1855
in Kaldenkirchen geboren wurde.
Johann Martin Lentzen zog es - vermutlich aus beruflichen Gründen - nach Lobberich. Hier lernte er Gertrud Mechtild Forth, Tochter der Eheleute Josef und Maria Forth kennen, die er am 07.06.1880 in Lobberich heiratete. Aus dieser Ehe gingen insgesamt 10 Kinder (7 Jungen und 3 Mädchen) hervor. Unter anderem mein Großvater Josef ("Jupp") Lentzen, der am 14.09.1887 in Lobberich das Licht der Welt erblickte. Josef Lentzen heiratete am 16.04.1912 in Lobberich Katharina Wefers aus Hinsbeck und hatte mir ihr sechs Kinder (drei Mädels und drei Jungen) - u.a. auch meine Mutter Josefine Lenhsen.
Interessante Internetseiten für die Ahnenforschung:
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